4.2. Die Nutzung der DB-Vergünstigungen im Vergleich mit den offiziellen Angaben der DB

Zuerst muß festgestellt werden, daß ein Vergleich der Daten der Bahn AG mit unseren Daten schwer durchzuführen ist, da die Bahn AG aus unternehmenspolitischen Gründen generell keine detaillierten Angaben macht. Die uns vorliegenden Daten, die aus einem Telefongespräch mit der Assistentin des Leiters der Abteilung Marketing und Fernverkehr der Bahn AG, Frau Maier, stammen, sind demnach leider nicht besonders umfangreich.

Laut Bahn AG sind im Moment in Deutschland ca. drei Millionen Bahncards im Umlauf. Bei einer geschätzten Gesamtbevölkerung von ca. 80 Millionen ergibt das einen Anteil von ca. 3,75 %. Von diesen ca. 3 Mio. Bahncards sind nach Angaben der Bahn AG ca. 200.000 im Besitz im Besitz von Studierenden. Bei ca. 1,9 Millionen Studierenden in Deutschland ergibt das einen Prozentsatz von knapp über 10 % der Studierenden, die eine Bahncard besitzen.

Insgesamt ist also festzustellen, daß die Studierenden an sich schon als eine hochmobile Gruppe innerhalb der deutschen Bevölkerung anzusehen sind.

Die Studierenden in Göttingen nehmen hierbei noch eine Sonderrolle ein, da wir im Rahmen unserer Befragung einen Anteil von ca. 50 % der Studierenden ermitteln, die eine Bahncard besitzen. Dieser Wert ist als extrem hoch einzuschätzen und auf verschiedene Ursachen zurückzuführen, über die hier nur ansatzweise spekuliert werden kann.

Der Anteil der Bahncard-Besitzer in Göttingen ist fünfmal höher als im Durchschnitt der Gesamtzahl der Studierenden in der Bundesrepublik.

Eine Hauptursache für den hohen Anteil der Bahncard-Besitzer in Göttingen ist mit Sicherheit auf die sehr gute Bahnanbindung der Universitätsstadt zurückzuführen: Fast stündlich halten ICE-Züge am Bahnhof Göttingen. Eine wichtige Rolle spielt auch das Einzugsgebiet der Universitätsstadt: Im Gegensatz zu den großen Universitätsmetropolen- und Bevölkerungsagglomerationen Berlin, Hamburg, Köln oder München, die einen Großteil ihrer Studierenden aus ihrem näheren Umkreis rekrutieren, ist in der recht kleinen Stadt Göttingen der Herkunfts- und Elternort für über 80 % der Studierenden mind. über 50 km weit entfernt. Im Zusammenhang mit den sehr hohen Häufigkeiten der Elternbesuche ergibt sich ein räumlich ausgeprägtes Mobilitätsverhalten, welches sich - wie im Rahmen unserer Untersuchung bereits dargelegt – hauptsächlich durch die Nutzung der Verkehrsmittel PKW oder eben der Deutschen Bahn äußert.


4. DIE NUTZUNG DER DB UND DES ÖPNV

4.1. Die Nutzung der DB und ihrer Vergünstigungen
4.2. Die Nutzung der DB-Vergünstigungen im Vergleich mit den offiziellen Angaben der DB
4.3. Die Nutzung des ÖPNV in Göttingen
4.4. Verkehrsmittelwahl bei Einkauf im Stadtzentrum oder auf der grünen Wiese


Letzte Änderung: 11.02.2002 - maw

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