Geographisches Institut - Georg-August-Universität Göttingen

Abteilung Kultur- u. Sozialgeographie


3.4. Beziehungen zw. Entf. des Elternortes und Verkehrsmittelwahl

Eine wichtige Frage im Rahmen unserer Untersuchung war, ob die Entfernung zwischen Göttingen und dem Heimatort der Studierenden Einfluß auf deren Wahl eines Verkehrsmittels für Heimfahrten hatte und welche Verkehrsmittel bevorzugt würden. Hier waren Mehrfachnennungen möglich.

 Abbildung 9: Verknüpfung Entf. Elternort u. Verkehrsmittelnutzung

Die Befragten, die im näheren Umkreis von Göttingen wohnen, nutzen größtenteils den PKW, darauf folgt die Bahn mit 20 Nennungen und sonstiges mit ca. 10. Bus und die Möglichkeit einer Mitfahrgelegenheit werden kaum genutzt. Kamen die Befragten aus Orten, die zwischen 50 und 100 Kilometer von Göttingen entfernt sind, verlagerte sich die Verteilung leicht zu Gunsten der Bahn. Fast 60 Befragte gaben ihre Benutzung an, gefolgt von etwa 50 Nennungen bei der Nutzung des PKW und 20 bei der Mitfahrgelegenheit. Sonstige Verkehrsmittel und der Bus fallen kaum ins Gewicht.

Mehr als ein Drittel der befragten Personen kommen aus einer Entfernung von 100 - 300 Kilometer von Göttingen. Sie stellen den größten Anteil innerhalb der Gesamtzahl der befragten Personen. Innerhalb dieser Entfernung liegen beispielsweise die Städte Hannover, Hamburg, Frankfurt/Main sowie das Ruhrgebiet. Auch bei dieser Gruppe steigt der Anteil der Bahn-Nutzer an: Das Verhältnis Bahn:PKW beträgt 3:2 (120 Nennungen bei der Bahn und 80 beim PKW). Der relative Anteil der Nutzer einer Mitfahrgelegenheit blieb ungefähr gleich bei 7%; Bus und sonstiges spielen hier fast keine Rolle mehr.

Die vierte Gruppe der Befragten kommt aus Orten, die mehr als 300 Kilometer entfernt sind. Wiederum steigt hier das Verhältnis der Bahn-Nutzer gegenüber denen, die den eigenen PKW nutzen, diesmal auf einen Wert von 4:1 (Bahn: 80, PKW: 20 Nennungen).

Signifikant ist die Steigerung der Nutzung der Bahn mit zunehmender Entfernung des Elternorts von Göttingen.

Vergleicht man dies mit dem Besitz von Vergünstigungen der Deutschen Bahn (hier vor allem die Bahncard; siehe auch folg. Abbildungen und Abschnitt 4.1) und besonders mit dem Anteil der PKW-Besitzer an der Zahl der Befragten, wird der oben erwähnte starke Anstieg wieder etwas relativiert. Die Gesamtzahl der PKW-Besitzer liegt bei ca. 180, die Gesamtzahl der Personen, die mit dem eigenen PKW nach Hause fahren, liegt ungefähr gleich hoch. Verallgemeinernd läßt sich aus diesen Zusammenhängen schließen:

Wer einen PKW besitzt, nutzt diesen (unabhängig von der Entfernung des Elternortes) auch zur Fahrt zum Elternort.

Addiert man die Teilnehmer an Mitfahrgelegenheiten zu der Zahl der PKW-Nutzer, so dominiert der PKW bis zu einer Entfernung von 100 Kilometern über die Bahn. Bei Entfernungen zwischen 100 und 300 Kilometern liegen Bahn und PKW etwa gleich auf.

Zur Verdeutlichung des oben Erwähnten werden im folg. weitere Verknüpfungen dargestellt, die die Entfernung der Studierenden vom Elternort mit Besitz eines eigenen PKWs oder einer Bahncard in Zusammenhang bringen: 

Abbildung 10a: Abbildung 10b:

Zuerst sollte nochmals erwähnt werden, daß unabhängig von der Entfernung des Elternortes ca. die Hälfte der Befragten über eine Bahncard und 30% über einen eigenen PKW verfügen.

 Nur ca. 18% der in Göttingen wohnenden Studierenden, für die Göttingen auch Elternort ist, besitzen eine Bahncard oder einen eigenen PKW. Ist Göttingen nicht mehr gleichzeitig Studien- und Heimatort, ändert sich das Bild schlagartig: Kamen die Befragten aus einer Entfernung bis 50 KM, so besaßen schon ca. 40% eine Bahncard und über 40% einen eigenen PKW. Bei Entfernungen zwischen 50 und 100 KM liegt der Anteil der Bahncard-Besitzer bereits bei 46%, der der PKW-Besitzer sinkt auf ca. 30%.

Auch bei der nächsten Gruppe steigt der relative Anteil der Bahncard-Benutzer, diesmal auf 55%, der PKW-Besitz bleibt konstant. Wie erwartet, ist der Prozentsatz der Besitzer einer Bahncard bei der Gruppe, deren Heimatort am weitesten von Göttingen entfernt ist, am höchsten: Ist der Elternort mehr als 300 km entfernt, besitzen 63% der Studierenden eine Bahncard. Der Anteil der PKW-Besitzer in dieser Gruppe sinkt auf 21% ab.

Zusammengefaßt läßt sich also sagen, daß:

Mit zunehmender Entfernung des Elternortes vom Studienort Göttingen steigt der Anteil der Bahncardbesitzer signifikant an, während der Anteil der PKW-Besitzer abnimmt.


3. DER KOMPLEX DER ELTERNBESUCHE
3.1. Entfernung des Elternortes
3.2. Häufigkeit der Elternbesuche
3.3. Beziehung zw. Entf. des Elternortes und Häufigkeit des Elternbesuches
3.4. Beziehung zw. Entf. des Elternortes und Verkehrsmittelwahl


Letzte Änderung: 11.02.2002 - maw

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