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Kleiner Geländekurs in die EUREGIO Maas-Rhein

Rheinisch-Westfälisches Braunkohlenrevier - Aachen - Lüttich - Maastricht

8. Mai - 11. Mai 1997


Stadttourismus als Wirtschaftsfaktor in Aachen

Henrike Neuenfeldt & Olaf Rose

INHALTSVERZEICHNIS

1. Definition Städtetourismus
2. Gründe für einen Stadtbesuch in Aachen
3. Tourismus in Aachen
4. Statistische Erfassung des Tourismus in Aachen
4.1. Herkunft der Besucher
4.2. Entwicklung des Touristenaufkommens von 1992 - 1996
4.3. Aachen im Vergleich zu anderen rheinischen Großstädten
4.4. Saisonalität des Tourismus
4.5. Tagestourismus
5. Wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für die Stadt Aachen
5.1. Allgemeine wirtschaftliche Effekte des Fremdenverkehrs
5.2. Der Tourismus als Wirtschaftsfaktor in Aachen
6. Schlußbemerkung
Literaturverzeichnis


1. Definition Städtetourismus
 Der Begriff Städttourismus ist ein Sammelbegriff für mehrere Fremdenverkehrsarten, die auch als Teilmärkte zu bezeichnen sind. Zu diesen Fremdenverkehrsarten zählen:

 - Städtebesuch (Sightsseeing)
- Veranstaltungsbesuchsverkehr (auch: Eventtourismus)
- Abendbesuchsverkehr
- privater Einkaufsverkehr
- Einzelgeschäftsreiseverkehr
- Tagungsveranstaltungsverkehr
- Kongreß- und Konferenzverkehr
- Messereiseverkehr
- Kur- und Badeverkehr
- Pilgertourismus

 Zum besseren Verständnis zunächst zwei Definitionen des Begriffes Städtetourismus:

 "Reise in eine historisch oder kunstgeschichtlich bedeutsame oder durch ihre natürliche Lage, ihre Einkaufsmöglichkeiten oder ihr Freizeitangebot attraktive Stadt zum Zweck eines relativ kurzfristigen Aufenthalts (in der Regel 1- 4 Tage). Städtetourismus wird als Individual- oder Gesellschaftsreise- häufig im Rahmen einer Rundreise- durchgeführt und findet häufig an Wochenenden statt. [...]." ( vgl. Diercke 1993 S.234)

 "Die Gesamtheit der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus Reise und Aufenthalt von Personen ergeben, die für länger als 24 Stunden in Städte reisen, welche für sie weder hauptsächlich Wohn- noch Arbeitsort sind" (vgl. Seitz 1983 S. 15).

 Eine Aufteilung des Begriffes Städtetourismus nach dem Reisegrund der Nachfrager ist unter dem zu betrachtenden Aspekt sinnvoll. Danach ergibt sich eine Unterteilung des Städtetourismus in die vorwiegend aus privaten Gründen reisenden Personen und die vorwiegend aus geschäftlichen Gründen reisenden Personen. Die letztgenannte Gruppe beinhaltet alle die Personen, die zur Freizeitgestaltung, zur Bildung oder der Gesundheit wegen in Städte reisen. In der Praxis sind die Grenzen zwischen diesen beiden Nachfragegruppen nicht eindeutig zu ziehen, eine Unterteilung ist trotzdem sinnvoll, da der Besuch der einzelnen Gruppen jeweils andere Wirtschaftszweige berührt. Auf diesen Zusammenhang wird in Kapitel 5.2 noch näher eingegangen.

2. Gründe für einen Stadtbesuch in Aachen
 Die Gründe für den Zustrom der Touristen nach Aachen sind zahlreich und umfassen sämtliche der obig aufgeführten Fremdenverkehrsbereiche. Nachfolgend eine Auflistung der Faktoren, die die "Attraktivitäten" Aachens ausmachen.

 A. reizvolles Stadtbild
- historisches Stadtbild mit Dom, Rathaus mit Krönungssaal, Bürgerhäuser, Elisenbrunnen, Brunnen, mittelalterliche Stadtfestung
- Reliquien im Dom
- viele Grünanlagen

 B. Innenstadtattraktivität
- vielfältige Einkaufsmöglichkeiten
- große Fußgängerzone
- vielfältige Gastronomie
- höchste Gaststätten- und Kneipendichte Deutschlands (incl. längster Theke Deutschlands)
- Casino
- Großstadt, aber trotzdem gut überschaubar

 C. Kulturstadt Aachen
- städtisches Museum
- Ludwig- Forum für Internationale Kunst
- Zeitungsmuseum
- Stadtarchiv
- Stadttheater
- Grenzlandtheater
- drei freie Theaterinitiativen

 D. Konferenz- und Kongressstadt Aachen
- Eurogress- Zentrum (multifunktionelles Tagungszentrum für 2000 Personen)

 E. Studieren und Forschen
- ca. 50000 Studenten (Seminare, Vorträge, Ausstellungen)
- verschiedene Forschungsinstitute (Tagungsverkehr)

 F. Veranstaltungsstadt Aachen
- Internationaler Karlspreis (für Leistungen im Dienste der Verständigung und der Internationalen Zusammenarbeit)
- Aachener Friedenspreis, Unesco- Musikpreis usw.
- Internationales Reit- und Springturnier (CHIO)
- Weihnachtsmarkt
- Kultursommer
- Stadtfeste, Flohmarkt, Kunstmarkt

 G. Kur- und Badestadt
- ganzjährige Kursaison
- Thermalwasser, Quellen
- modernste Kur- und Badeanlagen

 H. Umgebung
Aachen liegt im sogenannten Dreiländereck Deutschland- Belgien- Niederlande und ist die westlichste Großstadt Deutschlands. Die Umgebung der Stadt ist sehr reizvoll (wald-, wiesen- und hügelreiche Landschaft) und stellt an sich schon einen positiven Faktor für den Tourismus dar. Hinzu kommt die direkte Nähe zum grenzüberschreitenden Naturpark Nordeifel/ Hohes Venn- Eifel. Weitere interessante Ziele der Umgebung sind das Limburger Land und der höchste Punkt der Niederlande.

 I. Verkehrsanbindung
- gute Erreichbarkeit mit dem PKW, da Aachen an den europäischen Autobahnachsen nach Brüssel, Paris und Antwerpen liegt
- gute Erreichbarkeit mit der Bahn
- Nähe der vier Flughäfen Düsseldorf, Köln, Maastricht- Aachen und Brüssel.

 K. breitgefächerte Angebote des Verkehrsverein
- verschiedene Stadtführungen
- Drei- Länder- Fahrt
- Fahrten in Umgebung

 3. Tourismus in Aachen
 Wie bereits erwähnt, sind in Aachen alle der zu Beginn genannten Tourismusformen anzutreffen. Zu bemerken ist an dieser Stelle, das der Kur- und Badetourismus eigentlich nicht als typische Form des Städtetourismus anzusehen ist. In Aachen jedoch macht er einen großen Anteil am Gesamttourismus aus. In Zukunft ist auch ein weiter Ausbau des Jugendtourismus geplant. Dafür wird derzeit die Jugendherberge für 7 Millionen Mark umgebaut und modernisiert.

 Nicht nur der Freizeittourismus ist ein wichtiger Bestandteil des Städtetourismus in Aachen- auch der Geschäftsreise-, Tagungs- und der Kongress- und Seminarverkehr erwirtschaften einen großen Anteil am Gesamtverkehr. Er findet hauptsächlich im Eurogress- Center, in den Tagungsräumen des Technologiezentrums und in den Räumen der TH statt. Besonders durch die Hochschule Aachen mit ihren fast 50000 Studenten ist der Anteil des Tagungs- und Seminarverkehrs sehr hoch.

 Aufgrund der großen Raumkapazitäten können gleichzeitig zwei Veranstaltungen mit 800- 2000 Personen stattfinden. Insgesamt finden in Aachen jährlich 30- 40 größere Kongresse statt. Zu den größten zählen u.a. der Logopädenkongress mit bis zu 1500 Teilnehmern.
An dieser Stelle sei nochmals der "Gesundheitstourismus" erwähnt. Aachen ist ein staatliches Heilbad mit heißen Quellen (bis 74°) und Thermalbädern, dessen Schwerpunkt heute auf Badekuren liegt (früher auch Trinkkuren). Seit Beginn der Gesundheitsreform ist in diesem Teilbereich des Städtetourismus jedoch ein Rückgang der Kuranträge um 30- 40 Prozent zu verzeichnen (Schlösser 1997).
Einen großen Anteil am Städtetourismus macht auch der Tagesverkehr aus, auf den im folgenden noch eingegangen wird.

 4. Statistische Erfassung des Tourismus in Aachen
Bisher wurde hauptsächlich auf die Arten des Tourismus in Aachen eingegangen. Aus wirtschaftlicher Sicht ist aber besonders der Umfang und die damit verbundenen Zahlungsströme von Interesse.
Auf dieses wird in den folgenden Abschnitten eingegangen.

4.1 Herkunft der Besucher
 Die folgende Tabelle gibt die Zahl der Übernachtungen und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Jahr 1996 wieder. Die Besucher Aachens sind in die Segmente der Herkunftsländer eingeteilt. Damit sind die wichtigsten Zielmärkte definiert.

Übernachtungen und Aufenthaltsdauer der Besucher in Aachen 1996

Herkunft der Touristen_____Übernachtungen 1996__durchschnittl. Aufenthalt 1996 in Tagen
Nordrhein-Westfalen_____________301566________________________5
Deutschland ohne NRW___________284696______________________2,8
Belgien__________________________7800______________________1,6
Großbritannien___________________18697______________________1,6
Niederlande______________________8905______________________1,7
Frankreich______________________12613______________________1,6
sonst. Europa____________________43784______________________1,7
Japan__________________________19033_______________________9
USA____________________________8858______________________2,1
sonst. Ausland____________________12107______________________2
Ohne Angabe_____________________4413______________________1,4
gesamt________________________722472______________________2,6

Quelle: Statistik der Kur- und Bädergesellschaft Aachen

 Diese Zahlen verdeutlichen, daß der größte Anteil der Touristen aus der angrenzenden Region (Nordrhein-Westfalen) stammt; die Aufenthaltsdauer ist mit 5 Tagen ebenfalls überdurchschnittlich hoch.
Aber auch die ausländischen Gäste sind mit ungefähr 30% des Gästeaufkommens in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen.
Die beiden zur Euregio zählenden Länder Belgien und die Niederlande machen einen überproportional hohen Anteil an den Übernachtungen ausländischer Gäste aus. Die zur Spitzengruppe zählenden europäischen Länder, England, Frankreich, Holland und Belgien, sind die Hauptzielgruppen der Marketingaktivitäten der Kur- und Bädergesellschaft. An dieser Stelle muß auf den Sonderfall Japan eingegangen werden. Die Zahl der Übernachtungen ist für 1996 ungefähr um das achtfache höher als im Jahr 1995. Dieser statistische Ausreißer läßt sich durch den Bau eines Zweigwerkes der japanischen Automobilfirma Mitsubishi erklären.

4.2.Entwicklung des Touristenaufkommens von 1992 - 1996

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Quelle: Statistik der Kur- und Bädergesellschaft Aachen

Nach dieser Statistik scheint Aachen in den letzten Jahren weiter an Attraktivität zu gewinnen. Bis auf das Jahr 1993 hat es einen kontinuierlichen Zuwachs an Übernachtungen gegeben. Den Gästen standen durchschnittlich in den 12 Monaten im Jahr 1996 48 Hotelbetriebe mit 3137 Betten, 4 Kurklinikbetriebe mit 710 Betten und 5 sonstige Betriebe mit 393 Betten zur Verfügung. Außerdem muß man beachten, daß nicht sämtliche Übernachtungen im privaten Beherbergungswesen erfaßt werden. Schätzungen gehen von einer Dunkelziffer von zusätzlichen 1,5 Mio. Übernachtungen aus.
Durch die Gesundheitsreform hat es zwar 1996 im Bereich des Kurwesens einen Rückgang der Übernachtungen von 5% gegeben. Doch dieses wurde von den anderen Beherbergungsbetrieben kompensiert.

4.3. Aachen im Vergleich zu anderen rheinischen Großstädten

Durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Touristen 1996

Quelle: Statistik der Kur- und Bädergesellschaft Aachen

 Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von insgesamt 2,6 Tagen ist für typischen Städtetourismus relativ hoch. Der Grund liegt an dem Einfluß des Kurwesens, der für sich genommen einen durchschnittlichen Aufenthalt von 28 Tagen hat. Dieses verfälscht die Statistik enorm. Wenn die Kurbetriebe außer acht gelassen und nur die Hotelbetriebe betrachtet werden ergibt sich eine Aufenthaltsdauer von nur noch 1,8 Tagen.

4.4 Saisonalität des Tourismus

Monatliche Abweichungen der Hotelübernachtungen vom Durchschnitt 1996

Quelle: Statistik der Kur- und Bädergesellschaft Aachen

 Die Spitzen in den Übernachtungszahlen liegen jeweils im Herbst und Frühjahr. Dieses liegt an den zu diesen Jahreszeiten hauptsächlich stattfindenden Messen und Kongressen. Also ist davon auszugehen, daß der Anteil der Geschäftstouristen überdurchschnittlich hoch ist. Dazwischen liegt ein abgeflachtes Sommerloch. Dieses ist allerdings verhältnismäßig klein, da die breitgefächerte Tourismusstruktur zu einem Ausgleich führt.

Auch die im Dezember zu erwartende größere Abnahme der Übernachtungszahlen wird durch die Attraktion "Weihnachtsmarkt" abgeschwächt. Diese lockt vor allen Dingen eine größere Anzahl von Tagestouristen an. Neuerdings wird versucht zu Jahreszeiten mit wenig Fremdenverkehr Kongresse zu veranstalten.
Im Januar und Februar werden trotz vieler Karnevalbesucher die niedrigsten Übernachtungszahlen erreicht.

4.5. Tagestourismus
 Der Tagestourismus geht nicht in die Übernachtungszahlen ein und ist deswegen statistisch schwer zu erfassen. Zahlen können nur geschätzt werden und sind ungenau.
Die Zahl der Tagestouristen macht schätzungsweise das 4-5fache der Übernachtungen aus.
Für das Jahr 1992, in dem es 663000 Übernachtungen gab, geht man zusätzlich von 3 Millionen Tagestouristen aus.
Auch für das Jahr 1996 dürfte die Zahl der Tagesgäste zwischen 2-3 Mio. Besuchern liegen. Am ehesten einen Anhaltspunkt für das Ausmaß des Tagestourismus kann die Zahl der betreuten Führungen von Besuchergruppen geben.

Entwicklung der Besuchergruppen

Quelle: Statistik der Kur- und Bädergesellschaft Aachen

 Neben Einkaufen und kulturellen Sehenswürdigkeiten spielen auch spezielle Veranstaltungen eine Rolle. Dabei ist vor allem der Weihnachtsmarkt als Attraktion von Bedeutung. Dieses ist an der verstärkten Anreise von Busreisegruppen zu sehen. In der Vorweihnachtszeit werden zwischen 4000 - 5000 Busanreisen gezählt.

 Wesentlicher Grund für die hohe Anzahl an Tagestouristen ist die gute Erreichbarkeit. Der maximale Zeitaufwand den Tagestouristen für die Anreise in Kauf nehmen würden liegt im Durchschnitt zwischen 2-3 Stunden. Durch die gute Verkehrsanbindung kann deswegen neben dem deutschen Umland ganz Holland und Belgien als Einzugsgebiet für Tagestouristen angesehen werden.

 5. Wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für die Stadt Aachen
 5.1. Allgemeine wirtschaftliche Effekte des Fremdenverkehrs
Der Wirtschaftszweig "Fremdenverkehr" spielt eine immer größere Rolle in der Volkswirtschaft. Allerdings gibt es unterschiedliche Methoden die wirtschaftlichen Effekte des Tourismus zu quantifizieren.
Folgende Auswirkungen des können die Wirtschaft einer Region beeinflussen:
1. Zahlungsbilanzfunktion (Anteil der Fremdenverkehrsbilanz)
2. Beschäftigungsfunktion (Tourismus als Arbeitgeber)
3. Produktionsfunktion (Wertschöpfungseffekt)
4. Einkommensfunktion (Multiplikatoreffekt)
5. Ausgleichsfunktion (wirtschaftlicher Ausgleich zwischen Industrie- und Tourismusgebieten bzw. zwischen Tal- und Bergregion)

 5.2. Der Tourismus als Wirtschaftsfaktor in Aachen
Einige der im vorherigen Abschnitt vorgestellten Effekte können auch in Aachen anhand von Zahlen belegt werden. Bei dem Blick auf die direkten Beschäftigungseffekte sind 650 Arbeitsplätze im Bereich des Kurwesens zu nennen.
Wenn man die anderen Fremdenverkehrsbereiche noch dazu nimmt, wie z.B. Hotelerie, Gastronomie, etc., kommt man auf 2000 - 2500 Beschäftigte im Fremdenverkehrsgewerbe.
Das entspricht 5% aller Arbeitsplätze in Aachen. Ebenfalls zu berücksichtigen ist die indirekte Beschäftigung durch den Tourismus. Der mit den touristischen Umsätzen verbundene Einkommenseffekt spiegelt sich in den Ausgaben der Besucher wieder. Nach Schätzungen des DWIF in München geben Tagestouristen je nach Motivation für den Besuch zwischen 20,-DM und 60,-DM aus. Im Kurbereich wird pro Übernachtung im Durchschnitt 250,-DM ausgegeben, d.h. allein durch Kurgäste wird ein Umsatz von 50 Mio. DM erwirtschaftet. Geschäftstouristen führen der Aachener Wirtschaft durchschnittlich 330,- DM pro Übernachtung zu. Indirekt profitieren sämtliche Wirtschaftssektoren vom Fremdenverkehr. So macht der Einzelhandel schätzungsweise ein Drittel des Umsatzes mit auswärtigen Gästen.
Der gesamte Primärumsatz durch den Fremdenverkehr beträgt 400 - 500 Mio. DM. Das entspricht einem Wirtschaftsanteil des Tourismus in Aachen von 5%.

6. Schlußbemerkung
 Der Fremdenverkehr ist in Aachen zweifelsohne ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor, der auch in den letzten Jahren weiter expandierte. Doch insbesondere im Kurwesen wird in diesem Jahr mit einem Einbruch gerechnet. Die Anzahl der Kuranträge ist um 30% - 40% gesunken, so daß die Übernachtungszahlen im Kurwesen um 25% - 30% zurückgehen werden. Der Grund sind die seit dem 1. Januar greifenden Maßnahmen der Gesundheitsreform. Allerdings hat dieses für Aachen weitaus geringere wirtschaftliche Folgen als für kleinere Kurorte.
Außerdem kritisiert Herr Schlösser, der Geschäftsführer der Kur- und Bädergesellschaft GmbH, den Mangel an finanzieller Unterstützung der privaten Wirtschaft für Marketingaktivitäten der Stadt Aachen. Dieses könnte sich langfristig negativ auf die Besucherzahlen auswirken.
Abschließend stellt sich die Frage nach der Zusammenarbeit der Städte der Euregio Maas-Rhein im Bereich des Fremdenverkehrs. Es wird zwar häufig von einer Kooperation der Städte Heerlen, Maastricht, Lüttich und Aachen gesprochen, doch Herr Schlösser lehnt größtenteils die Bildung einer strategischen Allianz um gemeinsame Märkte zu bearbeiten ab. Diese Städte werden als Konkurrenten der Stadt Aachen angesehen.

Literaturverzeichnis
Du Mont: Kunst Reiseführer - Aachen und das Dreiländereck;
Haedrich, G.; Kaspar, C.; Klemm K.; Kreilkamp, E.: Tourismus Management: Tourismus-Marketing und Fremdenverkehrsplanung; Berlin 1993
Leser, H.; Haas, H-D.; Mosimann, T.; Paesler, R.: Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 1993
Schlösser, Werner (Geschäftsführer der Kur- und Bädergesellschaft GmbH Aachen): Vortrag 09. 05. 97 in Aachen
Seitz, Erwin: Die Bewertung alternativer Strategien der Imagewerbung im Fremdenverkehr (Städtetourismus) auf der Grundlage von Werbeerfolgskontrollen. Dissertation, Berlin 1983
Velissariou, E.: Die wirtschaftlichen Effekte des Tourismus dargestellt am Beispiel Kretas; Frankfurt a. M. 1991
Verkehrsverein Bad Aachen e.V; Tourist Information: Aachen; Aachen 1996
Verkehrsverein Bad Aachen e.V; Internet; http://www. Aachen.de


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